Das ist jetzt kein Bericht von mir, aber er trifft meine Meinung wirklich treffend^^
Quelle: http://lastfm.spiegel.de/user/icanis/journal/2007/10/29/561424/
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Blind Guardian. Sie mögen leben, leben auf ewig und ewig ihre Musik schreiben. Doch der Reihe nach.
Es begann mit Kataklysm. Und Kataklysm haben ein Format, das es einem eindrucksvoll verbietet, die Musik zu hören ohne zu headbangen. Von Zeit zu Zeit also motiviert headbangend, stand ich breit grinsend im lichtleeren Raum und genoss die Freude darüber, exzellenten Death Metal hören zu dürfen – und die Vorfreude auf die folgenden Bands.
Es folgten Edguy, die eine tolle Show hinlegten. Witzig waren sie, und unterhaltsam. Aber auch wenn die Musiker sehr gut sein mögen, ist die Musik nicht so mein Ding – zu klar, zu eindeutig, zu harmonisch und ohne große Überraschungen.
Anders ist das bei Subway to Sally. Das ist richtig gute Musik, die es mir auch bei unbekannten Liedern leicht machte, den Rhythmus und die Idee zu erfassen und im Takt zur Musik zu springen, zu tanzen, zu stampfen und sogar mitzusingen. Wenn man etwas davon absieht, auf den Text zu achten, den man so begeistert grölt, ist es eine klasse Sache, Subway to Sally zu erleben.
Die Spannung steigt. Die Beine sind schon etwas müde, doch der Nacken ist noch fit. Das ist gut so, denn jetzt kommt Dimmu Borgir. Mit mystischer Theatralik, von sphärischer Musik umwoben, schreiten langsam zwei Mönchs- oder Henkersgestalten auf die Bühne. Die Band folgt. Und aus dem innigst Melodischen bricht es hervor, das Prügeln des Schlagzeugs, das Rasen der verzerrten Gitarren und die manchmal brüllende, manchmal schreiende Stimme des Sängers – nun, dessen, der seine Stimme zur Artikulation verwendet. Es ist mitreißend, es zieht mich in einen Strom von stetig wechselnden, hämmernden Emotionen des Black Metal. Vor mir sehe ich braun und rot, hell und dunkel schimmernde Haarschöpfe, die im Rhythmus der Musik geschleudert werden. Schwarze Schatten von Pommesgabeln recken sich der Bühne entgegen und untermalen die Dramatik. Und auch wenn ich aufgrund von Schwindelgefühlen und leichter Orientierungslosigkeit mal wieder eine Pause vom Headbangen einlegen muss, sauge ich freudig die intensive, fast plastisch wirkende Musik ein. Doch auch Dimmu Borgir, die gleich mehrere Zugaben spielen, gehen irgendwann von der Bühne. Seltsamerweise fühlen wir uns genötigt, in der anschließenden Pause über Posertum im Black Metal zu diskutieren.
Doch nun ist er nah, der Moment, auf den alle warten, der Moment, an dem Blind Guardian kommen. Es ist schon spät, da alle vorhergehenden Bands überzogen haben, und die Pause ist lang. Doch dann, endlich, geht das Licht aus. Jubelrufe brausen auf und die geheimnisvolle Stimme von War Of Wrath beginnt im Hintergrund zu sprechen. Und dann betreten sie die Bühne. Leibhaftig, tatsächlich und real stehen Blind Guardian da, nur etwa 30m von mir entfernt, auf der Bühne, begeistert begrüßt von tausenden Fans. Der Adrenalinspiegel in meinem Blut steigt, als ich live die Gitarren und das Schlagzeug von Into The Strom höre. Leider ist Hansis Mikrofon offenbar noch auf lautlos geschaltet, doch ist seine Stimme auch dann großartig, wenn sie, nur in meiner Vorstellung existierend, unhörbar die Gitarren begleitet. Aber endlich, am Ende des Liedes, schaffen es die Techniker doch noch, und wir dürfen die ausdrucksstarke, emotionsgeladene, springende, tänzelnde, erzählende, gleitende, wütende, schreiende, oktavenüberfliegende, einzigartige Stimme des Barden Hansi Kürsch hören.
Im Gegensatz zu anderen Bands, die sich angestrengt bemühten, die Gunst und den Jubel ihrer Hörer zu erlangen, ist Blind Guardian Gelassenheit und Souveränität deutlich anzumerken. Zum Beispiel, als Hansi fast beiläufig, höflich meint: „Ich möchte jetzt gerne eure Hände sehen – wenns möglich ist.“ – woraufhin sich ihm im nächsten Moment alle verfügbaren Pommesgabeln der Halle schlagartig entgegenrecken. Blind Guardian begeistern nicht durch inszenierte Dramatik, nicht durch extravagantes Auftreten, sondern durch Direktheit, vergnügten Charme, überzeugenden Ausdruck und bestechende Offenheit. Und ihre Jünger singen und grölen gekonnt den Refrain eines jeden Liedes.
Es war ein Traum, der wahr wurde, als ich gemeinsam mit einer Masse von Metalern den Refrain von Valhalla sang und – oh Zauber der Welt – den Bard´s Song. Wunderbar fand ich auch, dass, der Stimmung der Masse zum Trotz, gleich zwei Lieder von A Twist In The Myth gespielt wurden. Und obwohl ich geglaubt hatte, nach Dimmu Borgir meinen Nacken nur noch auf rudimentäre Weise bewegen zu können, bewirkten die magischen Klänge Blind Guardians, dass ich alle Erschöpfung vergaß und freudig den treibenden Rhythmen durch Bangen meines Heads folgen konnte. Die Luft der Schleyerhalle wurde erfüllt von verwobenen, schnellen Gitarrenspuren, vom donnernden Trommeln des Schlagzeugs, von der eindringlichen Stimme des Bardensängers und von der konzentrierten Begeisterung einiger tausend Fans.
Mirror Mirror war wohlbekannter, zufriedenstellender Ausklang der Vorstellung, und, vom Jubel des Volkes begleitet, gingen die Helden von dannen.
Sie mögen leben. Ich wiederhole mich. Doch sie mögen leben, leben auf ewig und ewig musizieren.
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Hier noch ein Bericht von Nuclear Blast selbst zum Konzert:
NEWS (30/10/07)
Hallo, allerseits!
Wir hoffen, dass Ihr alle ganz viel Spaß beim Nuclear Blast-Festival am Samstag, den 27.10. hattet. Für uns war es ein unbeschreibliches Erlebnis zu sehen, wie viele von Euch gekommen sind und wie gut die Stimmung während der ganzen Veranstaltung über war.
Vielen Dank an Euch alle dafür!Alle Bands, BLIND GUARDIAN ebenso wie DIMMU BORGIR, SUBWAY TO SALLY, EDGUY und KATAKLYSM, haben ihr Bestes gegeben. Für SUBWAY TO SALLY ist der Auftritt der allererste gewesen, den sie für ihr neues Album “Bastard” absolviert haben. Für alle war der Abend eine großartige Gelegenheit, sich einem sehr gemischten Publikum aus Black Metal-Fans, Power Metal-Liebhabern und Freunden von Mittelalter Rock zu präsentieren. Sämtliche Musiker bewunderten nach dem Festival, mit wie viel Interesse und Spaß Fans aller Genres alle fünf Bands angesehen und mit ihnen gefeiert haben.
Wir haben währenddessen versucht, euch obendrein noch einige Überraschungen bieten zu können.
Wie wir sehen konnten, hattet Ihr während dem Guitar Hero-Wettbewerb sehr viel Spaß. Das Finale, das Ihr vor dem Auftritt von DIMMU BORGIR sehen konntet, war das allererste seiner Art überhaupt und was war für uns und alle Guitar Hero-Beteiligten extrem spannend zu erleben, wie es von Euch angenommen wurde.
Mit der Allstars-Band wollten wir Euch noch ein Bonbon zum Abschluss bieten – die Musiker von RAGE haben dafür mit Tobi Exxel von EDGUY, Marcus Siepen von BLIND GUARDIAN, DORO, Schmier von DESTRUCTION und Michael Simon von SUBWAY TO SALLY noch bis kurz vor dem Auftritt geübt – sie haben so in der Kombination noch niemals zuvor zusammen auf der Bühne gestanden.
Leider haben wir auch bemerkt, dass es für Euch einige Gründe zur Beschwerde gab – so waren die Sicherheitsmaßnahmen in der Halle, insbesondere was den Einlass in die vorderen Reihen betraf – extrem streng. Auch die Getränke- und Essenspreise waren manchem von Euch zu hoch. Leider hatten wir auf diese Dinge keinerlei Einfluss.
Da wir zum allerersten Mal überhaupt eine Veranstaltung in der Größenordnung durchgeführt haben, mögen darüber hinaus noch einige andere Dinge nicht ganz so glatt gelaufen sein – wir möchten uns hiermit ganz herzlich entschuldigen! Wir haben an diesem Abend alle sehr viel gelernt.
Wir hoffen dennoch, dass es Euch gefallen hat und Ihr einen unvergesslichen Abend erleben konnte. Wir hatten ihn definitiv – vielen Dank nochmals, dass dies möglich war!
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Hier sind noch ein paar Bilder (Reihenfolge der Spielfolge):
Kataklysm:
Edguy:
Subway to Sally:
Dimmu Borgir:
Blind Guardian:







